Von König Vaclav IV. (1378 - 1419) erzählt man sich, daß er auf für ihn eigentlich nicht standesgemäße Ausflüge ins Gasthaus „Zum Barbantenkönig“ immer seinen Lieblingsrattler mitgenommen habe. Der Historiker Professor Weiss beschäftigte sich im Besonderen mit Rudolf II. (1576 - 1611). Er schreibt, daß dieser unter seiner Meute Jagdhunde immer vier Rattler gehalten hat, aus diesen vieren wurden im Lauf der Zeit achtzehn. Es war eine hervorragende Zucht. Prager Rattler nahmen oft teil an fürstlichen und königlichen Festmahlen. Der Prager Rattler war Ausdruck der Selbständigkeit und Unabhängigkeit des tschechischen Volkes. Er war die Zierde von Fürsten- und Königshöfen. Verbreitung fand er als Gastgeschenk an andere Europäische Herrscher. Durch diese gelangte er auch in bürgerliche Schichten. Durch die verlorene Schlacht am Weissen Berg kam es zu einem Niedergang des tschechischen politischen, kulturellen und gesellschaftlichen Lebens für einen Zeitraum von fast dreihundert Jahren. Bedingt durch diesen kulturellen Niedergang hat auch der Prager Rattler als Königshund an Bedeutung verloren und gelangte unter das einfache Volk und überlebte so die nächsten Jahrhunderte bis in unsere Zeit. Die Ironie des Schicksals wollte es, daß sogar auf tschechischen Ausstellungen der urtschechische Prager Rattler, meist sogar Spitzenexemplare, von unfähigen Schiedsrichtern als Deutsche Zwergpinscher bewertet, und daher viel zu klein, meist ausgeschieden wurden. Dies bewirkte beinahe ein Aussterben des Prager Rattlers, da auch das ökonomische Interesse an der Zucht des Rattlers somit zur Gänze wegfiel. Theodor Rotter und Otto Karlik ist es zu verdanken, daß der Rattler wieder auferstanden ist. Sie haben erkannt, daß es sich eben nicht um „Minipinscher“ handelt, sondern um den berühmten Prager Rattler. Sie haben die besten der damals vorhandenen Rattler gekauft und mit der Erneuerung der Zucht begonnen. Sie haben auch historisches Quellenstudium betrieben. Leider haben sie bezüglich Registrierung bzw. Anerkennung des Prager Rattlers nur wenig Erfolg gehabt, da es Ihnen nicht gelungen ist sechs Generationen nachzuweisen. Durch die Besetzung des Staates durch Adolf Hitler wurden die Bemühungen zur Wiederbelebung des Prager Rattlers wiederum zunichte gemacht. Bedingt durch die Kriegswirren und das darauffolgende kommunistische System hat Theodor Rotter seinen gesamten Besitz, und somit auch seine Dokumentation über den Prager Rattler verloren. Erst in den achtziger Jahren kehrte der Prager Rattler in die tschechischen Familien zurück. Er gewann immer mehr an Beliebtheit. Der Prager Rattler hat in Tschechien eine Jahrhunderte alte Tradition und es ist unsere unabdingbare Verpflichtung, diese älteste tschechische Hunderasse am Leben zu erhalten.
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